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Im Berufskolleg wurden die Teile für das Kleinkraftwerk zusammengebaut.

Strom aus Bentlage soll Salz trocknen

Innovatives Minikraftwerk entsteht im Salinenkanal

Von MV-Chefredakteur Reiner Wellmann am 24. November 2016

So mancher Spaziergänger wird sich gewundert haben: Was für merkwürdige Rohrkonstruktionen werden dann hinter dem Gradierwerk im Bereich des Salinenkanals installiert? Die antwort liefert Jules Vleugels, rühriger Vorsitzender des Fördervereins Saline Hottesgabe: „Wir bauen eine kleine Turbine in den Salinenkanal und produzieren so Strom für die neue Salzsiedepfanne“. Mit „Strom made in Bentlage“ soll im kommenden Jahr sozusagen der Siedeprozess in der neuen Schausiedepfanne betrieben werden.

Vleugels hatte von einer Erfindung von Mitgliedern des Innovationskreises Emsland gehört. Nach dem Prinzip der kommunizierenden Gefäße sollte in einem Kleinkraftwerk Wasser im Oberlauf des Salinenkanals angesaugt und durch eine Turbine geführt werden. Unten strömt das Wasser dann wieder aus.

Im Emsland scheiterte die Umsetzung – Jules Vleugels will das Prinzip jetzt für den Förderverein Saline Gottesgabe in Bentlage am Salinenkanal dauerhaft nutzen. „Rheine ist auf dem Weg zur Klimakommune, wir wollen energieautark werden. Dieses Projekt ist ein kleiner Baustein, wie wir den vielen jungen Leuten zeigen können, wie das mit der Energieerzeugung funktionieren kann“, sagte Vleugels. Das neue Minikraftwerk ist denn auch so etwas wie ein Ersatz für das schon mal geplante Wasserrad. Da hatte aber der Denkmalschutz einen dicken Strich durch die Rechnung gemacht. Weil aber am Salinenkanal in früheren Jahrhunderten immer Energie erzeugt wurde, wurde das neue Projekt genehmigt.

Seit einem Jahr ist Vleugels bereits damit beschäftigt, das Projekt umzusetzen. Drei Ingenieure des Innovationskreises Emsland bauen seit dieser Zeit an den Teilen. Das Berufskolleg Rheine unterstützt die Umsetzung.

Am vergangenen Samstag standen Vleugels und seine Mitstreiter dann vor der Stunde der Wahrheit: Die einzelnen Teile wurden am Salinenkanal zusammengebaut. „Wir haben klopfenden Herzens die Vorbereitungen getroffen und mit einer handbedienten Vakuumpumpe  das Wasser ins Rohr gesaugt“, berichtet Vleugels. Dann gab es Freudensprünge – das Wasser floss durch die Rohrkonstruktion und die Turbine nahm Fahrt auf.

Nächste Aufgabe: Es muss ein Generator gewickelt werden, der speziell auf die Drehzahl der Turbine ausgelegt ist. Und einige andere Probleme müssen noch gelöst werden: so darf kein Laub angesaugt werden, es würde das Minikraftwerk außer Betrieb setzen.

Ursprünglich hatte Vleugels vor, die Energie ins Netz einzuspeisen. Aber es gibt keine passende Schaltungen um die Stromproduktion von 800 Watt einzuspeisen. Dann entstand die Idee, die neue Schausiedepfanne damit zu beheizen – zumindest teilweise. Dazu müssen Leitungen gelegt werden Im Frühjahr 2017 soll dann der Strom „made in Bentlage“ fließen.

Nachtrag: Aus Kostengründen soll der erzeugte Strom nicht zur neuen Siedepfanne geführt werden. Es wird doch danach gestrebt ihn ins Netz einzuspeisen.

Foto: Unbekannt

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