Kürzlich berichtete die Münsterländische Volkszeitung vom Baufortschritt des neuen Kombibads, das nach seiner Fertigstellung im Frühjahr 2022 das bisherige Freibad an der Kopernikusstrasse ergänzen wird. Bürgermeister Dr. Peter Lüttmann mauerte, gemeinsam mit den Stadtwerke-Geschäftsführern Dorothee Heckhuis und Dr. Ralf Schulte-de Groot, eine Zeitkapsel in das Mauerwerk ein, um zeittypische Dinge für nachfolgende Generationen zu bewahren. Dabei war auch ein Säckchen mit „unserem“ Bentlager Salz und darauf sind wir sehr stolz, denn hiermit vergegenwärtigen sie zukünftiges Ansehen in der heutigen Wertschätzung. Sie sind allemal zum Wahrzeichen unserer Stadt geworden und sind in allen Herren Länder gegangen.

Durch wiederholte Einsätze der mobilen Siedepfanne des Vereins auf Hansemärkten und anderen touristischen Veranstaltungen, gingen die Salzsäckchen in viele deutschen Städten. Im Zeichen der Städtepartnerschaft gingen sie in das portugiesische Leiria, fanden im niederländischen Borne großen Anklang und wurden vor allem im litauischen Trakai als tastbares Zeichen der Verbundenheit begrüßt.

Die vom Verein seit seiner Gründung im Jahre 2010 wieder praktizierte Salzgewinnung, stieß auch beim WDR auf großes Interesse. Das Thema wurde mehrmals in Fernsehfilmen gezeigt, u. A. in „Wunderschön“ und „Lecker an Bord“ mit Björn Freitag. Diese TV-Reportagen finden immer noch großen Anklang, werden auch von anderen regionalen Kanälen ausgestrahlt und das führt des Öfteren zu Anfragen aus dem weiten deutschsprachigen Raum, ob wir auch Salzsäckchen verschickt würden. Die Gründe dazu sind mannigfaltig, sie reichen von Kindheitserinnerungen an Tagesausflügen nach Bentlage bis hin zu ökologischen und gesundheitlichen Gründen, und auf diesem Wege geht das Salz in alle Himmelsrichtungen.

Oft wurden die Salzsäckchen auf fernen Reisen mitgenommen. So war z. B. Ulrike Kuhn für den Senior Expert Service im Einsatz und brachte sie nach Tansania, Georgien und sogar in das ferne China. Außerdem gilt Salz in vielen Kulturen als Zeichen der Gastfreundschaft und so war es für Engelbert Nagelschmidt, der passionierte Langstrecken-Radfahrer, selbstverständlich Salzsäckchen als Gastgeschenke für seine  privaten Übernachtungen mit nach Amerika zu nehmen, wo er sie entlang des legendären „East Coast Greeenway“, wie später auch am „Highway One“  verschenkte. Ein besonderes Erlebnis hatte er in Neuseeland, denn die Schwiegertochter eines Farmers, der sich sehr über das Säckchen freute, war gebürtige Ostfriesin und mit der Saline Gottesgabe vertraut. Da kann man nur sagen: „Klein ist die Welt“.

Wann die jetzt eingemauerte Zeitkapsel in ferner Zukunft wieder ans Tageslicht kommt, ist ungewiss. Es wird den meisten unter uns wohl nicht vergönnt sein dann Zeuge zu sein. Aber Nils, unser jüngstes Mitglied, ist erst 17 Jahre alt. Vielleicht wird er es noch erleben. Bleibt zu hoffen, dass die Saline Gottesgabe auch dann noch ein wesentlicher Bestandteil des Miteinanders in unserer Stadt sein wird und das „weiße Gold“ aus Bentlage sich einen sogar höheren Stellenwert erfreut.

Rheine. Der Förderverein Saline Gottesgabe hat im Salinenpark Stelen mit Info-Tafeln aufgestellt. Sie geben dem Besucher kurze Informationen zu den Funktionen der Gebäude des Ensembles. Das Konzept dazu entstand bei der REGIONALE 2004. Damals wurde die Anlage der Saline Gottesgabe restauriert und es wurde von Museumsleiterin Dr. Mechthild Beilmann-Schöner das Konzept für die Führungen im Bentlager Dreiklang entwickelt. Zusätzlich zu den begleiteten Führungen, wurde eine Broschüre mit kurzen Texten geschrieben, welche es den Einzelbesuchern ermöglichte, die jeweiligen Funktionen der unterschiedlichen Objekte selbstständig zu erkunden. Die dazu gehörenden Markierungen im Gelände waren seitdem aber unansehnlich geworden, sodass Erneuerung notwendig geworden war. Der Förderverein Saline Gottesgabe fand sich bereit das Konzept neu zu gestalten und die Kosten zu tragen.

Auch das Bentlager Salzsiedehaus wird kurz und bündig erklärt.

Die alten Texte wurden überarbeitet, die Markierungssteine im Gelände durch hölzerne Stelen ersetzt. Sie tragen Info-Tafeln auf der ein Bild den Blick des Betrachters auf das betreffende Objekt lenkt, eine Bildunterschrift beschreibt dessen Hauptfunktion. Im Einklang mit Frau Birgit Rudolph, Geschäftsführerin von Rheine. Tourismus. Veranstaltungen, wurden auch Hinweise auf mögliche Führungen und die bestehenden Buchungsmöglichkeiten aufgenommen. Die drei Logos der verantwortlichen Akteure bringen die gegenseitige Verbundenheit zum Ausdruck.

Die Texte auf den Info-Tafeln sind bewusst kurz und bündig gehalten. Sie sollen Besuchern eine Handreichung sein, ihnen die historische Bedeutung des Ensembles vermitteln und ihre Neugierde auf Mehr anregen. Bekanntlich kommt „Appetit beim Essen“ und einmal auf den Geschmack gebracht, wird manchem vereinzelten Besucher die Idee kommen, dass die historischen Gebäuden der Saline Gottesgabe ein ansprechendes Ziel für eine Gruppenführung mit Freunden bietet. Jetzt gilt es auch die Kloster- und Naturroute aufzuarbeiten.

Als Gästeführer reichen in der Regel ein Name und vielleicht Einiges zu seiner Person, um den persönlichen Kontakt mit den Gästen herzustellen. In der Regel ja, aber was tun, wenn die Zuhörer blind sind und einen nicht sehen können? Dann dürfte es notwendig sein, sich etwas genauer zu beschreiben, so im Sinne von: ich bin 1.80 m groß, fast 80 Jahre alt und meine graue Kurzhaarfrisur lichtet sich schon sehr.

Als Clara Kohls, unermüdliche Verfechterin der Interessen der Mitglieder des Blinden- und Sehbehindertenvereins Rheine, anfragte ob eine Führung an der Saline Gottesgabe möglich sei, war ich mir klar, dass ich damit Neuland betreten musste. Es galt einen Weg ohne große Obstakel zu wählen, die Gäste am Gradierwerk mehr zu bieten als das Plätschern der heruntertröpfelnden Sole und ihnen grobkörniges Salz „in die Hand“ zu geben. Und somit führte ich die Gruppe auf den nördlichen Steg, wo es mir leicht fiel anhand der ertastbaren Baumkronen die Brücke zum ehemaligen Kurbetrieb zu schlagen. Am Gradierwerk konnten sie die gestapelten Schwarzdornbüsche erkunden und sich ein Bild der Wirkung von Wind und Sonne machen.

Apropos Sonne, die schien unbarmherzig und bei etwa 38 Grad im Schatten wurde auf einen Besuch an der heißen Salzsiedepfanne im gläsernen Pavillon verzichtet. Im Salzsiedehaus war die Temperatur merkbar angenehmer und bei einer von Frau Kohls gereichten Erfrischung, ertasteten die Gäste die für eine fachmännische Siedung so typischen pyramidalen Salzkristalle. Es war schon erstaunlich, wie sie das mit den Fingern Erstastete in ein imaginäres Bild umzuwandeln verstanden. Eine lebhafte Diskussion zu den verschiedenen Aspekten der historischen Salzgewinnung rundete den Besuch ab und mir viel ein Stein vom Herzen, weil es mir wohl gelungen war, die Saline Gottesgabe greifbar zu beschreiben.

Rheine. Über Geschmack lässt sich bekanntlich nicht streiten, oder anders gesagt: In der persönlichen Geschmacksfrage kann es kein „richtig“ oder „falsch“ geben; sie liegen jenseits aller Beweisbarkeit. Geschmack spielt in unserem Leben aber eine wichtige Rolle. Schon Neugeborene zeigen sich deutlich geschmacksorientiert. Etwas Süßes oder leicht Salziges auf der Zunge zaubert ein Lächeln hervor, Bitteres und Saures hingegen werden mit einer abweisenden Mimik erwidert. Damit wird der Grundstein für weiteres Geschmacksempfinden gelegt und in der heutigen Lebensmittelindustrie wird ständig versucht, den richtigen Geschmack des Kunden zu treffen. So hat auch die Firma Apetito ein Versuchslabor, in dem neue Speisen zusammengestellt werden. Mittels Geschmacksproben im betriebseigenen Restaurant wird getestet, wie gut der Geschmack der Kunden getroffen wurde, bevor das neue Gericht in die Produktionspalette aufgenommen wird.

Solche „Feldversuche“ werden aber stark von den begleitenden Umständen beeinflusst und müssen als nicht eindeutig eingestuft werden. Zunehmend befasst sich deshalb die Forschung damit, bei der Prüfung von Lebensmittel störende Faktoren auszuschließen und deren Wirkung auf unseren Sinnen objektiv zu beurteilen. Die verschiedenen Facetten dieser Wissenschaft fasst man zusammen unter dem Begriff „Sensorik“, sie ist das Bindeglied zwischen dem industriellen Produkt und der humanen Akzeptanz.

Auch an der FH Münster wird diese Studienrichtung geboten und hier gilt Prof. Dr. Guido Ritter als anerkannter „Oecotrophologe“. In einem Versuchslabor bietet er Studierenden bestmögliche Voraussetzungen für die praktische Anwendung der Studieninhalte: die Beschreibung und Beurteilung der sensorischen Einflüsse von Lebensmitteln auf unsere Gesichts-, Tast-, Geruchs-, Geschmacks- und Gehörsinn.

Zu Besuch in Bentlage wurde Professor Ritter gebührend vom Rheiner „Salzbaron“ empfangen und ausgiebig informiert. Ritter erkannte den historischen Wert der Saline Gottesgabe und sah ausgezeichnete Möglichkeiten, die im Lernlabor erworbenen Einsichten praxisorientiert anzuwenden. Salz wird im Lebensmittelbereich als dominanter Geschmacksgeber und -verstärker eingesetzt. Schade nur, dass dabei alle in den natürlichen Salzstätten enthaltenen und für den Körper wertvollen Spurenelemente chemisch entfernt werden. Das vom Förderverein gewonnene Salz dagegen ist naturbelassen und bildet somit eine optimale, zumal regionale, Grundlage für forschungsmäßige Versuche. Andererseits dürfte die Kooperation von Professor Ritter mit dem Förderverein, interessante Möglichkeiten bieten die im Frühjahr gestartete Vortragsreihe zum Thema „Salz ist gesund“, mit neuem Elan fortzusetzen.

Rheine. Wäre Corona nicht gewesen, dann hätte der Verein zur Förderung der Saline Gottesgabe am Sonntag sein zehnjähriges Jubiläum gefeiert. Am 29. April 2010 gründeten namhafte Bürger unserer Stadt den Verein, mit dem Zweck, die historische Methode des Salzsiedens zu erforschen, die Erhaltung des wertvollen Denkmals zu fördern und zur Instandhaltung der Saline Gottesgabe beizutragen.

Zurückblickend darf gesagt werden, dass der Verein diese sich selbst gestellten Aufgaben mit Leben erfüllt hat. Die Erforschung der historischen Methode des Salzsiedens hat durch aktive Teilnahme an wichtigen internationalen Veranstaltungen und Kongressen zu wertvollen Kontakten geführt. Mit der vereinseigenen mobilen Siedepfanne wurde weit über die Region hinaus publikumswirksam Werbung für unsere Stadt gemacht.

Die Säckchen mit dem Salz aus Bentlage sind weltweit in allen Herren Länder gegangen und zum Wahrzeichen der Emsstadt geworden. Die im Jahre 2017 erbaute Schausiedepfanne fand eine breite Unterstützung, was als Wertschätzung für die Vereinsarbeit gelten darf. Mit der neuen Errungenschaft wurden das sehr erfolgreiche Führungsangebot des Bentlager Dreiklangs und die hoch geschätzten pädagogischen Programme der Salzwerkstatt ergänzt.

Mitglieder des Vereins setzen sich nach wie vor ein für die Pflege der Anlagen und tragen zum Erhalt der historisch wertvollen Substanz der Saline Gottesgabe bei. Alle vom Vorstand angedachten Aktivitäten wurden von den Mitgliedern unterstützt, der Zusammenhalt im Verein ist groß.

Schon vor Monaten begannen die Vorbereitungen für das zehnjährige Jubiläum; der Verein hat allen Grund stolz auf die vergangenen Jahre zurückzublicken und dem entsprechend sollte das Erreichte auch gewürdigt werden. Als Gastsprecherin während der Feierstunde im Salzsiedehaus hatte der Verein Frau Carina Gödecke, I. Vizepräsidentin das Landtags NRW, gewinnen können, und auch der stellvertretende Landrat sowie Bürgermeister Peter Lüttmann hätten ein Grußwort gesprochen. Beim anschließenden Empfang hätten alle Gäste gemeinsam das Glas auf ein sehr erfolgreiches Jahrzehnt heben können. Der Nachmittag hätte der Öffentlichkeit gedient und das variierte Programm hätte mit Unterstützung der Salzwerkstatt der Städtischen Museen und des Bentlager Dreiklangs Jung und Alt begeistert.

Dass diese Feier nicht stattfinden kann, ist jedoch im Angesicht der Corona-Krise nur ein verhältnismäßig kleines Übel. Es gibt gewiss schlimmeres und der Vorstand wünscht in diesem Sinne allen eine gute Gesundheit und die erforderliche Kraft, den Lebensmut nicht zu verlieren.

Dieses Bild wurde am 14. März in der Münsterländischen Volkszeitung gebracht. Es zeigt Weihbischof Christoph Hegge beim Betrachten eines der Spiegel, die anlässlich ihres 500-jährigen Jubiläums zurzeit in der Dionysius Kirche aufgestellt sind. Aber was ist es, was Weihbischof Hegge da berührt, mag sich mancher gefragt haben und sich wahrscheinlich wundern jetzt zu erfahren, dass es sich ganz einfach um Salz handelt. Aber Salz ist doch weiß, oder? Und wieso liegt da so ein Brocken in dem Spiegel?

Der Osnabrücker Künstler Mario Haunhorst hat zum 500. Jahrestag der Fertigstellung der Kirche nicht nur die schon mehrfach bestaunten Himmelsschaukeln installiert, er hat zudem 12 Spiegel aufgestellt, die besondere Eindrücke der gotischen Rankenmalerei der Deckengewölben ermöglichen. Die zarten Weinranken stammen noch original aus dem 15. Jahrhundert als das Mittelschiff erbaut wurde. Auf einigen Spiegeln hat der Künstler zudem biblische Sprüche geschrieben und vor dem Altarraum hat er die bekannte Aussage Jesus‘ „Ihr seid das Salz der Erde, ihr seid das Licht der Welt“ gestellt. Aber so wie eine Suppe ohne Salz einen sehr faden Geschmack hat, so braucht auch Jesus‘ Zeugnis eine symbolische Menge Salz, um anschaulich zu wirken. Somit wurde ich um R(h)eines Salz gebeten.

Nun ist das Salz der Saline Gottesgabe an sich schon etwas Besonderes, aber ich hatte vor Jahren mal das Glück in unserer Partnerstadt Bernburg in das dortige Salzwerk einzufahren. In fast 600 m Tiefe kam ich mir in den riesigen, durch Salzabbau entstandenen Hohlräumen, winzig vor. Ihre Dimensionen sind ohne Weiteres mit dem Innenraum der Dionysius Kirche vergleichbar, und weil sie ganz ohne stützende Pfeiler auskommen, wirken sie sogar noch größer. Man muss es erlebt haben, um den gewaltigen Eindruck nachzuempfinden. Kilometerweit geht es durch im Salz gehauenen Stollen und die ganze Welt um einen herum ist weiß. Aber vereinzelt glänzen im Scheinwerferlicht klar durchsichtige Einschüsse: reines Halit – eine kristalline Erscheinungsform des Natriumchlorids, die zeugt von einer sehr sauberen Zusammensetzung, ohne Beimengungen. Es spricht für sich, dass einige besonders schönen Brocken mit nach Rheine gingen. Und diese wecken jetzt das Interesse der Beobachter.

Mit seiner Aussage „Ihr seid das Salz der Erde“ hat Jesus zum Ausdruck gemacht, dass seine Jünger ganz besondere Personen waren. Das heute alltägliche und billige Salz, ist im Grunde kostbarer als Gold und Edelsteine. Ohne Gold und Juwelen können wir Menschen gut leben; ohne Salz ist kein menschliches Leben möglich. Das Salz verleiht der Ausstellung eine zusätzliche Dimension. Pfarrer Lemanski hat zu den interaktiven Doppelschaukeln gesagt: „Glaube ist nur im Miteinander möglich“ und das gemeinsame Miteinander erfüllt auch die Partnerschaften der Stadt Rheine mit Leben.

RHEINE. Schon bevor das Corona-Virus die Besucherfrequenz im Salinenpark auf ein Minimum reduziert hat, wird es manchen Besuchern*innen aufgefallen sein, dass die Schausiedepfanne außer Betrieb ist und offensichtlich Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden. Diese werden verursacht durch Probleme mit der Beheizung der Pfanne.

Schon während der Planungsphase der Pfanne wurde klar, dass es sich um ein in dieser Form nichtexistierendes Unikat handelt und nicht auf schon anderweitig gemachte Erfahrungen zurückgegriffen werden konnte. Die anfänglich vorgesehene, weil kostengünstigere, Gasheizung wurde vom zuständigen TÜV mit sehr hohen Auflagen verbunden, die zu Mehrkosten von über 30.000 Euro geführt hätten. Als technisch einfachere Variante wurden deswegen unter der Pfanne elektrische Heizstäbe gelegt, deren Hitze direkt auf den Pfannenboden übertragen wird. Durch ihre runde Form ist die Berührungsfläche der Heizstäbe mit dem Pfannenboden nur gering, was die Hitzeübertragung negativ beeinflusst. Außerdem wirkt Salzsole mit hoher Aggressivität auf viele Metalle ein, weswegen die Siedepfanne aus Edelstahl gefertigt wurde und die gewählte Legierung wird gewöhnlich sogar von der während des Siedeprozesses hoch konzentrierten Salzlösung nicht beeinträchtigt. Aber Edelstahl hat leider den Nachteil einer nur geringen Wärmeleitfähigkeit, was dazu führt, dass sich die Hitze der Heizstäbe nur langsam im Pfannenboden verbreitet. Dies hat zu punktueller Überhitzung und damit einhergehende sog. Lochkorrosion geführt.

Auf der Suche nach einer dauerhaften Lösung wurde klar, dass vorrangig die Leitfähigkeit des Pfannenbodens erhöht und weiterhin die Berührungsfläche der Heizstäbe mit dem Pfannenboden optimiert werden mussten. Zum Glück gibt es Metalle mit einer deutlich höheren Wärmeleitfähigkeit als der für Edelstahl geltende Wert.

Es wäre optimal gewesen zwischen Pfannenboden und Heizstäbe eine Kupferplatte zu legen, aber dieses Material ist nicht solebeständig und deswegen fiel die Wahl auf das weniger empfindliche Aluminium. Es hat einen Wärmeleitwert, der den des Edelstahls bis zum 16-Fachen übertrifft. Die Weitergabe der Hitze von der Aluminiumplatte an den Pfannenboden wird durch eine Schicht Wärmeleitzement gewährleistet. Die dann unter der Aluminiumplatte montierten Heizstäbe werden in Wärmeleitzement eingebettet, wodurch die Hitze der Heizstäbe gleichmäßig auf die Aluminiumplatte übertragen und dann ohne Verlust an den Pfannenboden weitergegeben wird.

Leider sahen wir uns gezwungen, die Durchführung der vorgesehenen Maßnahmen wegen des Corona-Virus‘ anzuhalten. Sobald wie möglich werden wir die Restarbeiten erledigen, damit die Schausiedepfanne wieder in Betrieb genommen werden kann. Zum Glück haben wir aus dem vergangenen Jahr noch reichlich Salz in Vorrat, so dass Engpässe in der Lieferung des „Weiße Gold“ der Saline Gottesgabe nicht zu befürchten sind. Salz ist eben kein Toilettenpapier.

Rheine. Der Förderverein Saline Gottesgabe hatte zu einem Informationsabend zum Thema „Salz und Gesundheit“ in das von Agnes Leupold themengerecht dekorierte Salzsiedehaus geladen, und die Referentin  Christine Beck aus Mettingen war hocherfreut, gut 40 Personen ansprechen zu können. Sehr lebendig wusste sie das Interesse der Zuhörer zu wecken und, ohne sich zu sehr wissenschaftlich zu vertiefen, erklärte sie, wie wichtig das kleine weiße Körnchen für uns ist.

Auch wenn unsere Körperflüssigkeiten nur 0,9 % Salz enthalten, spielt das Natriumchlorid, die chemische Verbindung van Natrium und Chlor, das wir gemeinhin als Kochsalz bezeichnen, eine wesentliche Rolle in vielen Prozessen in unserem Körper. Es gilt als wichtiger Mineralstoff, es regelt den Wasserhaushalt, erzeugt die Gewebespannung, die unsere aufrechte Haltung ermöglicht, und bildet die Grundlage für unser Nervensystem, unsere Verdauung und die Muskelaktivität.

Salz ist unser wichtigstes Würzmittel und von Kindesbeinen an empfinden wir es als schmackhaft. Ernährungswissenschaftler empfehlen, nicht mehr als 5 bis 6 Gramm Salz am Tag zu sich zunehmen. Da aber heutzutage in den meisten Lebensmitteln wie Brot, Käse, Wurstwaren und insbesondere in Fertiggerichten viel Salz enthalten ist, wird diese Menge von den meisten Deutschen überschritten.

Leider wird in der Industrie das uns von Mutter Erde geschenkte natürliche Salz, chemisch „gereinigt“ und es werden alle enthaltenen Spurenelemente entzogen. Diese natürlichen Zusätze sind für unseren Körper äußerst wichtig und ohne sie ist das Salz aus dem Supermarkt nicht empfehlenswert. Auch wird dem industriellen Salz ein Trennmittel hinzugefügt, um es rieselfähig zu machen, und dieser Zusatz kann ebenso nicht gesundheitsfördernd genannt werden.

Außerdem enthalten viele Fertigprodukte appetitanregende Zusätze, allen voran Glutamat. Dieser chemisch hergestellte Geschmacksverstärker macht Lust auf mehr indem er ein künstliches Hungergefühl erzeugt. Glutamat blockiert das Sättigungsgefühl im Gehirn und als Folge essen und trinken wir bis zu 40% mehr von den geschmacksintensivierten Speisen und Getränken, als wir eigentlich benötigen. Leider hilft es im Supermarkt wenig gezielt auf die gesetzlich vorgeschriebene Nährwerttabelle zu schauen, denn in Deutschland dürfen sich in der Zutatenliste Glutamat und ähnliche Zusatzstoffe hinter harmlose Begriffe wie Aroma oder Speisewürze verstecken. Da hilft es nur, Fertiggerichte zu meiden und den heimischen Tisch mit vielen selbst aus frischen Zutaten hergestellte Speisen zu bereichern.

Das vom Förderverein aus der natürlichen Quelle der Saline Gottesgabe gewonnene Salz ist naturbelassen. Die in der Sole enthaltenen Spurenelemente sind mannichfaltig und dem Salz wird kein Trennmittel zugegeben. Und mag der Volksmund meinen „jede Mutter lobt die eigene Butter“, das Bentlager Salz ist ein ehrliches Produkt und für den nahrungsbewussten Menschen eine wahre „Gottesgabe“.

Salz bietet auch viele Möglichkeiten zur äußeren Anwendung. Wenn z. B. eine Erkältung im Anmarsch ist, kratzt es zuerst im Hals und tut das Schlucken weh. Ein Linderung bringender Salzwickel ist schnell zubereitet, indem man eine Handvoll naturbelassenes Salz in warmes Wässer auflöst und darin ein Leinentuch tränkt. Gut ausgewrungen legt man es dem Patienten um den Hals und wickelt einen trockenen Wollschal darum. Die Wärme tut gut, die Feuchte verlängert die Wärmewirkung und das Salz wirkt abschwellend.

Als kleine Zugabe für die anstehende 5. Jahreszeit, deren Höhepunkt eingefleischte Karnevalisten an diesem Wochenende feiern, gab es noch einen heißen Tipp gegen drohenden Kater. Bei der Verdauung des Alkohols wird dem Körper viel Wasser entzogen, daher der „pelzige“ Geschmack im Munde. Jetzt gilt es den Feuchtigkeitsverlust wieder auszugleichen oder, besser noch, entgegenzuwirken. Deshalb der Rat: Trinken Sie nach jedem alkoholischen Getränk ein bis zwei Gläser Wasser oder Saftschorle. Das reduziert die Alkoholaufnahme und der Körper trocknet nicht so stark aus.

 

  • Am Dienstag, 17. März, um 19.00 Uhr geht es mit der Veranstaltung „Salz ist Genuss“ weiter. Unter Anleitung der Kräuterfachfrau Martina Gröne wird frischer Bärlauch, den sie von den Hängen des Teutoburger Waldes mitbringt, gemeinsam geschnippelt und mit Salz der Saline Gottesgabe zu ein hoch aromatisches Kräutersalz gemischt. Anmeldung ist unbedingt erforderlich bei Agnes Leupold, Tel. Nr 05971  / 5 68 80.

Rheine. Ob Meersalz oder Siedesalz, es ist doch alles einerlei, oder? Dass dem nicht so ist, wussten Frau Christine Beck, Salzfachfrau aus Mettingen, und Frau Stephanie Peschke, Apothekerin aus Mesum, in spannenden Vorträgen zu erläutern. Der Förderverein Saline Gottesgabe hatte zum Auftakt der Vortragsreihe „Salz – Gesundheit & Genuss“ in das Salzsiedehaus eingeladen, und den fast zwei Dutzend Teilnehmer(innen) wurde zu diesem Thema ein sehr informativer Abend geboten. Den Anfang machte Christine Beck und gekonnt spannte sie den Bogen der Rolle des Salzes von der Steinzeit bis zur Gegenwart.

Die ersten Menschen waren Nomaden und mit dem Blut ihrer Beutetieren führten sie ihren Körpern unbewusst das Lebensnotwendige Salz zu. Als sie dann aber sesshaft wurden und sich zunehmend von Getreiden ernährten, mag der dann entstandene Salzmangel zu einem allgemeinen Unwohlsein geführt haben. Vielleicht ist es ihnen aufgefallen, dass Tiere bevorzugt aus salzhaltigen Tümpeln tranken, und als sie dies nachahmten, haben sie neue Energie gespürt.

Fortan hat das Salz eine lebensnotwendige Funktion für den Menschen gespielt. Nicht nur zum körperlichen Wohlsein ist es unentbehrlich, schon im Neolithikum – 5.000 Jahre vor unserer Zeit – wurde es benutzt, um Lebensmittel haltbar zu machen. Aber das Salz ist auf der Erde ungleich verteilt. An den sonnigen Stränden der südlichen Meere, war es leicht, im kalten Norden schwer zu gewinnen. Wohl dem, der eine Salzquelle sein Eigen nannte oder transportiertes Salz mit Zöllen belegen konnte. Viele Städte sind durch ihre Salzvorkommen zu Ruhm und Wohlstand gekommen.

Heute ist Salz ein Massenprodukt. Unsere Meere beinhalten unzählige Milliarden Tonnen und unter unseren Füßen schlummern ebenso immense Vorräte. Jährlich werden weltweit etwa 250 Millionen Tonnen Salz gewonnen, von denen aber nur ein Bruchteil von uns verzehrt wird. Zumindest 80% gehen in die Industrie, weil das von Salz abgeleitete Soda in unzähligen Produktionsprozessen zum Einsatz kommt, und diese industrielle Nutzung überherrscht die Aufbereitung. Alle natürlichen Salzvorkommen beinhalten neben dem Natriumchlorid, unserem Speisesalz, geringe Mengen sogenannter Spurenelemente, welche für unseren Körper wertvoll sind. Weil sie aber industrielle Prozesse beeinflussen könnten, werden sie chemisch ausgewaschen und gehen verloren. Außerdem wird das Salz oft gebleicht damit es besonders weiß erscheint und zuletzt wird die Rieselfähigkeit des Salzes sichergestellt durch Zugabe eines chemischen Zusatzes.

Auch die besonderen Salze sind nicht ohne Tücken, wie uns ein aufmerksamer Blick auf die Verpackungen lehrt. So wird das Himalaya Salz, welches seine rötliche Farbe vom enthaltenen Eisenoxid hat, nicht von den Sherpas vom Mount Everest heruntergetragen, sondern kommt überwiegend aus Pakistan oder sogar Polen. Dem gepriesenen Meersalz wird oft ein chemisches Trennmittel hinzugefügt und auch im „Fleur de Sel“ können Microplastiken nachgewiesen werden.

Nicht so das Salz der Saline Gottesgabe. Die aus 400 m Tiefe gewonnene natürliche Sole enthält viele dieser Spurenelemente, die bei Siedung erhalten bleiben. Somit darf das „weiße Gold“ aus Bentlage als eine wahre „Gabe Gottes“ gesehen werden.

Die Funktion des Salzes in unserem Körper wurde anschaulich von Stephanie Peschke erläutert. Ohne Salz wäre kein organisches, kein menschliches Leben möglich. Es regelt den Wasserhaushalt und die Gewebespannung. Ohne Salz könnten unsere Muskeln nicht funktionieren und unsere Nerven nicht mit den Hirnzentren kommunizieren. Aber es gilt Maß zu halten. Mag zu wenig Salz ein allgemeines Unwohlsein zur Folge haben, ein ständiges Überschreiten der täglich benötigten Menge von etwa 5 bis 6 Gramm, kann Nieren und Herz schädigen, zu erhöhtem Blutdruck führen und somit unsere Lebenserwartung negativ beeinflussen. Salz aber ist und bleibt für unser Körper unentbehrlich. Gezielt eingesetzt hat es zudem eine heilende Wirkung.

Wer es nun bedauert die informativen Vorträge, das Fachsimpeln am Rande und die leckeren Schmalzhäppchen verpasst zu haben, braucht nicht traurig sein und kann sich schon für den nächsten Termin am 18. Februar, 19.00 Uhr, bei Agnes Leupold, Tel. (05971) 5 68 80, anmelden.

Warum Salz nicht gleich Salz und ohne Salz kein Leben ist !!Auf diese spannenden Fragen möchte unser Verein Antworten geben. In der Veranstaltungsreihe

„Wissen um das weiße Gold“

findet am 21.01. 2020 um 19:00 Uhr im Salzsiedehaus der erste Abend satt. Christine Beck (Salzfachfrau) und Stephanie Peschke (Apothekerin) geben umfangreiche Informationen.

Wir bitten um Anmeldungen unter der Telefonnummer 05971 / 5 6880.